Wenn Zwei sich streiten .... hilft Mediation!

konflikt

Es gibt das alte Sprichwort, dass besagt: Wenn zwei sich streiten freut sich der Dritte“. Meist ist es bei Streitigkeiten so, dass diese nicht befriedigend gelöst werden können.

Vielfach eskaliert die Situation, es kommt zur juristischen Auseinandersetzung, bei der die jeweils betroffenen Personen viel Nerven lassen, ganz zu schweigen von den Kosten. Und nicht zuletzt fällt das Gericht ein Urteil, mit dem keiner der Streitparteien zufrieden ist.

Was ist Mediation?
Mediation ist ein Verfahren, in dem ein neutraler Dritter, der keine Entscheidungsbefugnis besitzt, außergerichtlich in einem Konflikt vermittelt und das auf eine einvernehmliche Streitbeilegung zwischen den Beteiligten gerichtet ist. Damit bietet die Mediation eine von den Beteiligten freiwillig gewählte Möglichkeit, Konflikte zu lösen. Ziel dieser aus den USA stammenden Konfliktlösungsmethode ist es, den Beteiligten eine Möglichkeit zu geben, dass sie selbst ihre Streitigkeit lösen können. Die Streitparteien geben ihre Entscheidungsbefugnis über ihre Interessen dabei nicht aus der Hand. Nicht der Mediator oder gar ein Richter entscheidet in diesem Verfahren, nein, die Betroffenen selber finden eine einvernehmliche Lösung ihres Problems. Der Mediator unterstützt als unabhängiger und allparteilicher Dritter die Beteiligten nur bei ihrer Lösungssuche für das jeweilige Problem. Im Idealfalle werden die Streitparteien dann ein Ergebnis finden, das für beide Seiten von Vorteil ist. Dies kann auch eine Lösung sein, die das Gesetz nicht vorsieht , denn die Beteiligten haben es selbst in der Hand, wie sie ihr Problem lösen. Während des gesamten Mediationsprozesses können sich die Beteiligten auch weiterhin eines Rechtsanwalts als Parteienvertreter bedienen, der ihnen beratend zur Seite steht und eine später gefundene Lösung auch auf ihre rechtliche Wirksamkeit überprüft.
Einsatzbereiche
Mediation eignet sich für eine Vielzahl von eigenen Konflikten, insbesondere bei Streitigkeiten am Arbeitsplatz, im Unternehmen, Auseinandersetzungen in der Familie, unter Erben oder bei Trennung und Scheidung. Dieses Verfahren findet ebenso Anwendung bei Konflikten mit dem Nachbarn, in der Schule, mit dem Mieter oder Vermieter sowie im Bereich des Bauens. Auch im Bereich der öffentlichen Verwaltung oder im Bereich der Wirtschaft etabliert sich der Gedanke der Mediation immer mehr.
Vorteile der Mediation
Die Vorteile einer Mediation liegen auf der Hand: Es können langwierige und unsichere Gerichtsverfahren vermieden werden. Dies bedeutet für die Streitparteien zwangsläufig auch eine Zeitersparnis, die Nerven der Beteiligten werden geschont. Die Kosten gegenüber einen herkömmlichen Gerichtsverfahren können - je nach Einzelfall - erheblich niedriger ausfallen.  Der entscheidende Vorteil einer Mediation ist aber, dass zwischen den Streitbeteiligten eine Lösung gefunden wird, die beide Parteien zufrieden stellt. Persönliche oder geschäftliche Beziehungen bleiben so erhalten. Die Beteiligten können sich auch später noch in die Augen sehen.
Was kostet eine Mediation?
Ein Wort zu den Kosten: In der Regel wird der auf dem Gebiet der Mediation arbeitende Rechtsanwalt auf Grund einer Honorarvereinbarung tätig. Dabei richtet sich die Höhe des Honorars meist nach dem Zeitaufwand des Mediationsprozesses. Die Höhe des Stundensatzes wiederum orientiert sich dabei an der Schwierigkeit des Angelegenheit, der Anzahl der Beteiligten sowie an den internen Kosten des Mediators. Grundsätzlich teilen sich die Beteiligten die Kosten des Verfahrens. Wegen der mit dem Mediationsprozess gegebenen Möglichkeit einer raschen und kostengünstigen Beilegung der Rechtsstreitigkeit, tendieren einige Rechtschutzversicherungen dazu, die Kosten für eine Mediation zu tragen. Vor Beginn einer Mediation sollte daher im Einzelfall Rücksprache mit der jeweiligen Versicherung gehalten werden.
Anwalt und Mediator?

Die Anwaltschaft hat schon immer eine Vielzahl von Rechtsstreitigkeiten außergerichtlich beigelegt. Stets versuchen Rechtsanwälte, einen Streit nicht eskalieren zu lassen und sind bemüht, auch vor Gericht eine gütliche Lösung zu finden. Einen weiteren - anderen und u.U. besseren Weg zur Streitbeilegung bietet hier eine neue Konfliktlösungsmöglichkeit: Mediation.

Die Beauftragung eines Rechtsanwalts als Mediator hat viele Vorteile:

  • Auch als Mediator unter liegt der Rechtsanwalt dem Berufsrecht
  • Damit ist er als Mediator auch zur Verschwiegenheit verpflichtet
  • Der Anwalt als Mediator kann auf Wunsch aufkommende rechtliche
    Fragen mit den Konfliktparteien umgehend besprechen
  • Qualifizierte Ausbildung
Täter-Opfer-Ausgleich (TOA)

Bei Straftaten stehen immer noch die begangene Tat und der Täter im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung und der Strafjustiz. Dem Opfer einer Straftat dagegen gebührt allzu oft nur eine Nebenrolle in der Strafverfolgung. Dabei wollen Opfer einer Straftat nicht nur informiert werden. Sie möchten auch über das Geschehene reden, Fragen stellen und ihrem Ärger über die Tat Luft machen. Auch will das Opfer sein Interesse an einer Wiedergutmachung hinsichtlich der Folgen des Verbrechens Ausdruck verleihen. Dagegen existiert beim Täter unter Umständen das Bedürfnis, sich mit seiner Tat durch die persönliche Begegnung mit dem Opfer auseinanderzusetzen. Vielfach besteht das Verlangen nach einer Entschuldigung bei dem Opfer und nach einer Möglichkeit, das ausgeübte Unrecht in Form einer Wiedergutmachungsleistung abzumildern. Hier kommt der Täter-Opfer-Ausgleich (TOA) ins Spiel. Der TOA ist ein Angebot an Beschuldigte und Geschädigte, die Straftat und ihre Folgen außergerichtlich unter Beteiligung eines neutralen Vermittlers eigenverantwortlich zu bearbeiten. Den Betroffenen wird die Möglichkeit gegeben, in der persönlichen Begegnung die entstandenen Konflikte zu bereinigen und den Schaden zu regulieren. Insofern stellt der TOA die strafrechtliche Variante der Mediation dar. Zwingende Voraussetzung für die Durchführung eines TOA ist aber, dass Täter und Opfer einem Ausgleichsversuch zustimmen. Denn die Teilnahme an solch einem Gespräch ist freiwillig. Weder der Täter noch das Opfer können dazu verpflichtet werden. Ein TOA kann durch die Staatsanwaltschaft, das Gericht, Bewährungshilfe oder durch die Betroffenen selbst, gegebenenfalls nach Beratung mit einem Rechtsanwalt, angeregt werden. Haben die Beteiligten ihr Interesse bekundet, sprechen zunächst neutrale Vermittler jeweils getrennt mit Täter und Opfer. Danach entscheiden die Beteiligten selbst, ob sie ein gemeinsames Ausgleichsgespräch versuchen wollen. Bei einem Ausgleichsgespräch stehen die Aufarbeitung der Tat und ihre Folgen sowie die Vereinbarung von Wiedergutmachungsleistungen des Täters an den Geschädigten im Mittelpunkt. Treffen die Beteiligten solch eine Regelung, überwacht der neutrale Vermittler die Einhaltung der getroffenen Absprachen. Der TOA bietet dem Geschädigten die Chance, seine verletzten Gefühle und seine Ängste als Folge der Straftat zum Ausdruck zu bringen. Im Rahmen einer Wiedergutmachungsvereinbarung hat das Opfer die Möglichkeit, ohne Zivilklage Genugtuung und Schadensersatz vom Täter zu erhalten. Auch wenn die persönliche Begegnung mit dem Opfer schwerfallen kann, so hat der Täter in dem Gespräch die Chance, die Hintergründe für sein Verhalten zu schildern und dabei die Verantwortung für die Straftat zu übernehmen. Er kann den vom Opfer geschilderten Schaden nach seinen Möglichkeiten wieder gut machen. Bestenfalls kann der Täter durch sein einsichtiges, ernst gemeintes Verhalten eine Einstellung des Verfahrens, eine Strafmilderung oder gar ein Absehen von Strafe erreichen, sofern die Staatsanwaltschaft oder das Strafgericht dazu einen Anlass sieht.

 

 

 
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